Frankfurter Hauptfriedhof:  Alte Rotbuche  (9)   Reaktionen, Randnotizen
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Seite vor (Ein neuer Baum)

Der neue Trieb
Danke an Klick vergrößert
  Frau Ebba Drolshagen
Herrn Dirk Bührmann
Herrn Stephan Heldmann
Herrn Fritz Küsters
Herrn Günter Moos
Herrn Norbert Schlüter
 
die hilfreich und unterstützend für dieses Vorhaben tätig wurden.

Der Vorschlag vom Autor dieser Seite, mit einer Scheibe aus dem Stamm der Buche eine dekorative und leerreiche Hinweistafel zu erstellen, wurde seitens der Stadt nicht abgelehnt. Eine Verwirklichung wird von der Holzbeschaffenheit abhängen. Zwischenzeitlich wurde klar, daß Buchenholz nicht ohne Probleme im Freien erhalten werden kann und es wird nach einer Lösung gesucht, dem gemachten Vorschlag anderweitig gerecht zu werden.
 

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Seit September 2006 steht - aufgestellt vom Grünflächenamt - ein Informations-Schaukasten in unmittelbarer Nähe der ehrwürdigen Rotbuche. Sie finden den grünen Schaukasten in Gewann C gegenüber der Gruftenhalle, ein paar Meter entfernt eines Brunnens.
Nun gibt es also nicht nur im Internet, sondern auch real und vor Ort eine Möglichkeit, sich über die Vergangenheit das Naturdenkmal Nummer 9 zu informieren. Kernstück bildet eine von Herrn Günter Moss zusammengestellte Zeittafel, die über die Lebzeit des Baumes
Aufschluß gibt und dem Interessenten zeigt, was historisch Wichtiges in den Jahren von 1828 bis 2006 auf und um dem Hauptfriedhof geschah. Umrahmt wird die Tabelle von mehreren großflächigen Fotos der Rotbuche und dem Hauptfriedhof in verschiedenen Jahreszeiten.

 


Bild links zeigt interessierte Friedhofsbesucher vor dem Schaukasten einige Jahre später nach einer Reinigung inklusive der Erneuerung und Ergänzug der Fotos. (2012)

 

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Zeittafel (zusammengestellt von Günter Moos)

1828 Inbetriebnahme des Hauptfriedhofs und höchstwahrscheinlich Pflanzung der Buche.
1833 am 3. April Frankfurter Wachensturm.
1848 trat am 30. März das Vorparlament in der Paulskirche zusammen und am 18.Maiz zog das erste, frei gewählte, deutsche Parlament feierlich in die Paulskirche ein.
1866 Preußisch – Österreichischer Krieg und am 16.Juli Besetzung Frankfurts durch preußische Truppen. Am 8.Oktober wurde die „Freie Stadt“ Frankfurt am Main in den preußischen Staat einverleibt, Da durch wurde das ehemals souveräne Frankfurt preußische Provinzstadt.
1870 -1871 Deutsch-Französischer Krieg und Gründung des deutschen Reiches mit der Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles.
1871 am 10. Mai wird im Frankfurter Hotel "Zum Schwanen" der Deutsch-Französischer Krieg mit einem Friedensvertrag beendet.
1885 Frankfurter Friedhofskrawall. Bei der Beerdigung eines Sozialdemokraten schlug die Polizei mit blanken Säbeln auf die Trauergäste ein, weil verbotenerweise eine Trauerrede gehalten wurde.
1908 -1912 Bau der neuen Trauerhalle mit Krematorium nach Plänen der Berliner Architekten Reinhard und Süßenguth.
1912 Erste Einäscherung in Frankfurt am Main.
1914 -1918 Erster Weltkrieg
1933 "Machtergreifung" durch die Nazis.
1939 -1945 Zweiter Weltkrieg.
1943 –1944 Zerstörung der Frankfurter Altstadt. Auch der Hauptfriedhof wird mit über 100 Bombentreffern in Mitleidenschaft gezogen. Über 5000 Bombenopfer sowie Opfer der Nazi- Gewaltherrschaft finden hier ihre letzte Ruhestätte.
1975 Letzte Erweiterung des Hauptfriedhofes (Gewann L - M)
1992 Inbetriebnahme des Friedhofs Heiligenstock als Entlastung für den Hauptfriedhof.
2006 Fällung der mächtigen Rotbuche.
2007 Stein in Baumstumpf freigelegt und Wurzel ausgeschält
2008 Der Trieb der alten Rotbuche entwickelt sich gut.

Klick vergrößert Die Natur gibt nicht auf.

Aus dem Wurzelwerk der gefällten Rotbuche keimt ein "Abkömmling" hervor, den es jetzt heißt zu schützen und zu pflegen. Im Bild links ist zu sehen, daß der Ableger schon eine beachtliche Höhe erreicht hat und Herr Bührmann vom Grünflächenamt (im Bild) sichert die Pflege zu. (09.2006) Anmerkung: 2008 wurde leider dieser "wilde", aber gesunde Trieb, der bis dahin zu einem schönen jungen Baum heranreifte, entfernt.


Klick vergrößert Stein in Baumstumpf freigelegt

Ende Mai 2007 wurde in Gewann C der verbliebene Baumstumpf abgetragen. Wie bereits im zweiten Abschnitt dieses Themas vermerkt und mit einer Zeichnung aus dem Jahre 1905 belegt, gab es in jungen Jahren des Baumes einen kleinen Begrenzungsstein seitlich

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des Baumstammes. Im Laufe der Jahre wurde der Stamm immer dicker und verschlang letztlich den ganzen Stein. Heute ist der über 100 Jahre alte Stein wieder ans Tageslicht gekommen. Der Stumpf wird komplett ausgeschält und dem Erdboden gleich gemacht.
Es ist zu hoffen, daß bei der Aktion der neue Trieb (siehe "Die Natur gibt nicht auf") erhalten bleibt.
Mit Sorgfalt und Umsicht wird eine großes Fräße eingesetzt. In unmittelbare Nähe werden die alten Grabsteine aufwendig saniert und die Stelle wird nach Fertigstellung der Maßnahmen den besonderen Reiz des alten Teiles vom Frankfurter Hauptfriedhofs widerspiegeln.
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Aufwendig und langwierig sind die Maßnahmen, die den Baumstupf bis auf Bodenhöhe abtragen.


Der Trieb der alten Rotbuche entwickelt sich gut.

Wie die Bilder unten zeigen, passt sich der Trieb der alten Rotbuche gut an. Seit der Fällung des Mutterbaumes im Jahre 2006 hat sich hier ein kleiner neuer und eigenständiger Baum entwickelt.
Ohne Baumstamm-Stützen trozt er Wind und Wetter. Interessierte Friedhofsbesucher können heute vor Ort gut erkennen, daß die abgetragene Wurzel der alten Rotbuche hier die Nahrung für das neue Leben liefert. Ein großer Schattenspender ist der junge Baum noch nicht, aber das wird schon noch...

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