Frankfurter Hauptfriedhof: Geschichtliches 
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Übersicht:

Schild an der Trauerhalle des Neuen Portal
Beschreibung bei "Frankfurt-interaktiv.de" (sinngemäß)
Die erste Grabstätte auf dem Hauptfriedhof
Ältestes Kreuz auf dem Hauptfriedhof
Hauptfriedhof-Erweiterung
Krawalle auf dem Friedhof
Zerstörungswut (Vandalismus) auf dem Hauptfriedhof
Neuer Israelitischer Friedhof (Eckenheimer Landstraße)
"Zum Gedenken" von Helmut Nordmeyer
Anno 1825:
... Nachdem man sich geeinigt hatte, wo der neue Friedhof liegen sollte, wurde 1825 eine Kirch und Friedhofs-Commission gebildet, die u.a. den Architekten Friedrich Rumpff (1795-1867) und den Stadtgärtner Sebastian Rinz (1782-1861) mit der Anlage dieses Friedhofs beauftragte.
Veröffentlichter Artikel von Tourismus + Congress GmbH Frankfurt a. M. berichtet über:
Maria Catherine Alewyn, Gedenktafel an die erste Beisetzung auf dem Hauptfriedhof 1828
Siegfried Unseld (1924-2002) im Gewann II 203
Ricarda Huch (1864-1957) im Gewann II 204
Dichter Friedrich Stoltze (1816-1891) im Gewann J 306
Verfasser des "Struwwelpeter" Heinrich Hoffmann (1809-1894), sowie dem zündelnden Paulinchen
Arthur Schopenhauer (1788-1860) im Gewann A 24
Philosoph, Soziologe und Musikwissenschaftler Theodor W. Adorno (1903-1969) im Gewann K 119
Friedrich Karl Wächter (1937-2005), Vater des frech-höflich grüßenden schwarzen Teufelchens
Matthias Beltz (1945-2002), politisches Kabarett, im Gewann XIII GG 48
Pianistin Anne Bärenz (1950-2005) die "hessische Janis Joplin" Gewann V 774
Komponist und Dirigent Willy Berking (1910-1979) im Gewann E 339a
Jazzmusiker Albert Mangelsdorff (1928-2005) im Gewann XV 31
u.v.m. - hier lesen
 
Schild an der Trauerhalle des Neuen Portal
Auf dem Schild ist zu lesen:
 
Hauptfriedhof Neues Portal
Neoklassizistische Gebäudegruppe mit Tor und Trauerhalle 1909 (maximale Innenhöhe 31,70 Meter) nach Entwürfen der Berliner Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth unter Verwendung formaler Anregungen aus der Spätantike errichtet. 
Das Schild (Foto links) befand sich am linken Teil der Trauerhalle und wurde im Mai 2007 gegen ein neues, mit zweisprachigem Text ausgetauscht.
 
 


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Neues Schild

Infos zur Farbgebung der
Schilder hier klicken


Hauptfriedhof
 
Main Cemetrery
Neues Portal und Trauerhalle   New Portal and Mourning Hall
Monumentalbau
in Bauformen der Spätantike
und neoklassistischer
Verwaltungsbau

Architekten
Heinrich Reinhardt und
Georg Süßenguth

Zentrale Rotunde
mit Tempelfassade
zwischen Vorhalle
und basilikaner Leichenhalle
mit Krematorium

Jugendstil-Sgraffiti
im Kirchenraum
1909 Monumental building
in the style of Late Antiquity
and a Neo-Classicist
administration building

Architects
Heinrich Reinhardt and
Georg Süßenguth

Central rotunda
with temple façade
between vestibule
and basilican mortuary
with crematorium

Art Nouveau sgraffiti
in the church
Restaurierung und
Renovierung

1992-1994

Extensive restoration
work undertaken

Denkmalamt Frankfurt am Main

Beschreibung bei "Frankfurt-interaktiv.de" (sinngemäß)

Vor über 175 Jahren, am 1. Juli 1828, wurde der Neue Friedhof (Hauptfriedhof) eingeweiht. Mit rund 80 Hektar ist der Hauptfriedhof heute einer der größten innerstädtischen Parks. Eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit, und zugleich Refugium für viele Tiere, vor allem für Vögel, die hier noch in einer beeindruckenden Artenvielfalt vorkommen.
Zuvor war der seit 1452 bestehende Peterskirchhof in der Innenstadt geschlossen worden. Die hygienischen Zustände auf dem restlos überbelegten Gottesacker waren unhaltbar geworden. Der Gestank von Fäulnis und Verwesung lag über dessen gesamtem Umfeld. 
Der durch Stadtgärtner Sebastian Rinz angelegte Neue Friedhof (Hauptfriedhof) sollte kein düsterer Totenacker sein. Das von dem Architekten Friedrich Rumpf errichtete klassizistische Portal führte vielmehr in einen melancholischen Garten des Gedenkens. 
Das 5,5 Hektar große Grüngelände mit vier Gewannen wurde an seinem östlichen Ende von einer Gruftenhalle mit 57 Gruften begrenzt. Diese sollten den führenden Frankfurter Familien als repräsentative Grablege dienen. Eine davon belegte die Bankiersfamilie von Bethmann, die ihre Gruft mit marmornen Reliefs von Bertel Thorvaldsen ausschmücken ließ.
Der Alte Jüdische Friedhof liegt im Süden (Eingang Rat-Beil-Straße), der Neue Jüdische Friedhof an der Eckenheimer Landstraße.
Am 4. Juli 1912 wurde nördlich vom Alten Portal an der Eckenheimer Landstraße der neue Portalbau mit der Trauerhalle und dem Krematorium eröffnet, ein monumentaler Gebäudekomplex in neoklassizistischen Formen mit einer Innendekoration im Jugendstil. 
Von dort aus lässt sich heute ein Rundgang über den Friedhof unternehmen. Die Inschriften auf seinen rund 68.000 Gräbern lesen sich wie ein Geschichtsbuch der Stadt.
Direkt hinter dem Alten Portal befinden sich die Ehrengräber der Oberbürgermeister Daniel H. Mumm von Schwarzenstein, Johannes von Miquel, Ludwig Landmann und Walter Kolb. Direkt am Neuen Portal findet man weitere Oberbürgermeistergräber von Willi Brundert, Walter Möller und Rudi Arndt.
Siehe Aufstellung hier

Vor allem in den älteren Teilen des Friedhofs ist so mancher berühmte Name zu entdecken: 
Hier ruhen u. a. der Lokalpoet Friedrich Stoltze und die Volksschauspielerin Liesel Christ, die Schriftstellerinnen Dorothea Schlegel und Ricarda Huch, Goethes "Suleika" Marianne von Willemer, sowie die Philosophen Arthur Schopenhauer und Theodor W. Adorno, dessen 100. Geburtstag in 2003 gedacht wurde.
Eines der meistbesuchten Gräber ist das von "Paulinchen". 
"Pauline Schmidt" steht auf dem schlichten Kreuz aus weißem Marmor. Sie war das Vorbild für die Figur
in der "gar traurigen Geschichte mit den Streichhölzern" aus dem weltberühmten Kinderbuch 
"Der Struwwelpeter" von Dr. Heinrich Hoffmann. 
Dessen letzte Ruhestätte, die Familiengrabstätte Hoffmann-Donner, befindet sich an der alten Friedhofsmauer.
Der Hauptfriedhof, der bei seiner Eröffnung eher überdimensioniert schien, musste schon bald und mehrfach nach Norden erweitert werden. Inzwischen kann das einst auf freiem Feld liegende Gelände nicht mehr vergrößert werden, da es längst von der Bebauung der gewachsenen Großstadt eingeschlossen ist. 
Die erste Grabstätte auf dem Hauptfriedhof
An dieser Stelle befand sich das Grab der 52 jähr.
Maria Catharine Alewyn. Sie wurde am 1. Juli 1828
beigesetzt. Es war die erste Grabstätte auf dem neuen Friedhof. link
Am 1. Juli 1828 wurde der Neue Friedhof, der heutige Hauptfriedhof, mit dem Begräbnis der Maria Catharine Alewyn aus Amsterdam eröffnet. Tags zuvor wurde der seit 1452 bestehende Peterskirchhof geschlossen. Diese historische erste Grabstätte befand sich unmittelbar in der Nähe des Alten Portals und existiert heute nicht mehr. Seit 2003 befindet sich an dieser Stelle eine Hinweistafel (gestiftet von Firma Hofmeister) unterhalb der Grabplatte der "Familie Willy C. Osterrieth 1948". 
(Gewann D - An der Mauer 192 - Rat-Beil-Strasse)
Ältestes Kreuz auf dem Hauptfriedhof
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Inschrift:

RUHE=
STÄTTE
DER FRAU ANNA GERTRAUDE
BUCHKA GEB: FAUSSER
GEB: D. 16. SEPTEMBER: 1800. GEST: D. 12. OCTOB: 1828

 

Das denkmalgeschützte Kreuz der Grabstätte von Anna Gertraude Buchka steht im Gewann bei C 426 (ehemahliges Reihengrab 2/11 [134]). In der Nähe des Eingang/Ausgang Gruftenweg, etwas versteckt, gegenüber des Denkmals von Winterhalter, Franz Xaver (1805-1873) - Gewann C 123/124
Info zum Foto links:
Es sieht so aus, als würde das Kreuz gut sichtbar im Gewann stehen. Das ist nicht der Fall.
Wenn Sie auf dem Weg vor dem Grab-Engel des Malers Winterhalter stehen und sich umdrehen, dann sehen Sie das Kreuz, wie auf einem weiteren Bild hier
. Klicken Sie hier.
Hauptfriedhof-Erweiterung
Baujahr: 1928
Entwurf: Stadtbaurat Ernst May und Gartenbaudirektor Max Bromme, Grabmalentwürfe von Josef Hartwig,
Ehrenmal: 1928 von Arch. Hermann Senf


Genau hundert Jahre nach der Eröffnung des von Sebastian Rinz, 1828 anstelle des zentralen Petersfriedhofs vor der Stadt angelegten Hauptfriedhofes initiierte das städtische Siedlungsamt unter Leitung des Stadtbaurates Ernst May eine Erweiterung, die die letzte zur Verfügung stehende Fläche (126000 qm) südlich des Marbachweges (Eckenheimer Landstraße 188-210) in der Nord-Ost-Ecke des Friedhofs umfasste, und die nach Entwürfen des Gartenbaudirektors Max Bromme vorgenommen wurde.
Eine gleichzeitig aufgestellte neue Frankfurter Friedhofsordnung zog vielfache Kontroversen nach sich.

Der Erweiterungsentwurf sah vor, den Höhenunterschied des zur Längsrichtung des Areals liegenden Hanges vermittels fünf, in einem Winkel von ca. 45° zur Nord-Süd-Achse angeordneten, sich übereinander staffelnden Terrassen zu überwinden. Diese schlossen sich fächerförmig an das bestehende Friedhofsgewann an und berücksichtigten ferner den südlichen, bereits belegten Teil. Vom Mittelpunkt des Fächers aus, von wo der Blick auf eine projektierte Trauerhalle fallen sollte, war der Zugang geplant. Ein weiteres Tor befand sich am Marbachweg. Dieses war mit dem Strahlpunkt, bzw. mit der projektierten Trauerhalle durch eine mehrfach versetzte, in sanfter Ansteigung verlaufende Allee verbunden. Längs der Böschungsmauern der Terrassen angelegte Zugangswege - mit doppelten Baumreihen versehen - ermöglichten die bequeme Erschließung.
Parallel der nord-südlichen Hauptachse waren Pergolen geplant; für die gärtnerische Anlage des Erweiterungsgebietes sollten nur wenige Pflanzenarten verwendet werden. Den hundert Jahre zuvor eröffneten Rinzschen Friedhof stellt May als "Musterbeispiel einer großzügigen Friedhofsaufteilung" dar, die mehrfachen Erweiterungen hingegen wirkten durch eine "übergroße Zahl von Motiven in der Ausgestaltung der Wege, Plätze und Gräberfelder" unruhig, "von der gänzlich missglückten Vorplatzausbildung vor dem neuen Portale mit den unklaren Achsenansätzen ganz zu schweigen". (May).
Diesen Vorgängerplanungen hielt er sein schlichtes Friedhofskonzept entgegen. Zusätzlich sollte eine neue Friedhofsordnung, die insbesondere Form, Maß und Material der Grabsteine reglementierte und eine Zusammenfassung der Formzeichen wie Stelen, Kreuze und Platten zu Gräbergemeinschaften vorsah, eine Entwicklung stoppen, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzte: Industriell gefertigte Massenware verschiedenster Formen, aus ausländischem Material, das am Ort lediglich verarbeitet wurde - bevorzugt war schwedischer, schwarz glänzend polierter Granit - mit vergoldeter Inschrift verdrängte die steinmetzmäßige Bearbeitung einheimischen Materials (aus Odenwald/Fichtelgebirge) durch ortsansässige Künstler. Die aufgrund der Friedhofsordnung geschaffenen Grabmale waren das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Bauberatung des städtischen Hochbauamtes unter Leitung Adolf Meyers, dem Garten- und Siedlungsamt und den von Prof. Richard Scheibe und Bildhauer Josef Hartwig geleiteten Bildhauerklassen der städtischen Kunstschule. Parallel dazu führte Meyer Verhandlungen mit maßgebenden Firmen der Grabsteinindustrie, besonders des Odenwaldes, von der er sich zusätzlich neue Anregungen versprach. Kritik der Betroffenen richtete sich vor allem gegen die Form der Grabmale, die als zu modisch empfunden wurden, historische Stilformen ängstlich vermeidend. Meyer hielt dem entgegen, daß die Grabsteine zu 95 Prozent industriell hergestellt würden, die abstrakte, geometrische Form sei bedingt durch die Arbeitsweise der Maschine. Doch zeigen die neue Friedhofsordnung und die Grabsteinentwürfe einmal mehr die autoritäre Geschmacksdiktatur Mays.

Gleichzeitig mit der Friedhofserweiterung erfolgte der Bau eines Ehrenmals auf dem 1914 angelegten Ehrenfeld für Opfer des 1. Weltkrieges, nachdem mehrere engere Wettbewerbe vorausgegangen waren, nach dem Entwurf von Hermann Senf.
Der Rundbau, umgeben von einer Wasserfläche, stand mit der Einsegnungshalle des Eingangsportals über eine Allee in direkter Sichtbeziehung. Das Innere des einen Tumulus symbolisierenden Denkmals war als Kuppelraum, in den das Licht durch eine im Durchmesser 6,8 m große Öffnung im Scheitelpunkt des Gewölbes fiel, gestaltet.
Gegenüber des von zwei Pfeilern flankierten Eingangsportals in einer um mehrere Stufen vertieften Kuppelnische wurde die Figur eines toten Kriegers aufgestellt, die von dem Bildhauer Paul Seiler geschaffen wurde.
Das Bauwerk selbst ruhte auf einem Basaltquadersockel und wurde in behauenem Basaltstein ausgeführt. Die Schrifttafeln - nach dem 2. Weltkrieg noch ergänzt - wurden zwischen Konsolsteinen, die zum Aufhängen von Kränzen gedacht waren, angeordnet. Nach oben wurden die den unteren Teil der Kuppel bildenden Tafeln durch ein plastisches Schriftband abgeschlossen:
"Die Stadt Frankfurt am Main ihren im Weltkrieg gefallenen Söhnen." Die Kuppel selbst ist in Eisenbetonkonstruktion ausgeführt; das Portal in die Gewölbeflächen eingeschnitten. Das Ehrenmal zeigte große Ähnlichkeit mit der Revolutionsarchitektur von Boullée und Ledoux.

 
Krawalle auf dem Friedhof
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Zur großen Empörung vieler Frankfurter sprengte
die Polizei im Juli 1883 mit gezogenen Säbel eine sozialdemokratische Leichenfeier auf dem Hauptfriedhof dieser Friedhofskrawall (im Hintergrund das Alte Portal)
war ein Ausdruck der heftigen sozialen und
innenpolitischen Kämpfe in diesen Jahrzehnten.
Ausgelöst wurden die Krawalle durch das Entfernen
der für Sozialdemokraten symbolträchtigen roten Schleife
auf den Gräbern bei Bestattungen.

Quelle: "Das unbekannte Frankfurt" 3. Folge, Seite 91
Verlag: Frankfurter Bücher

 
Zerstörungswut (Vandalismus) auf dem Hauptfriedhof


Menschen, die dazu neigen aus Lust oder Wut anderer Menschen Eigentum zu beschädigen oder zu zerstören, hat es schon immer gegeben. Diese Form von Verwüstung ist leider aus unserem Leben nicht auszuschließen.
Auch der Frankfurter Hauptfriedhof hat mit diesem Thema Schlagzeilen gemacht.
1981 wurden auf dem Hauptfriedhof 37 Grabsteine umgestoßen und zum Teil erheblich beschädigt. Ein Jahr später haben Unbekannte ca. 150 Gräber verwüstet.

Im Jahr 2006 kam es ebenfalls zu massiven Beschädigungen an denkmalgeschützten Grabdenkmalen.

Klicken Sie zum Bildbericht hier.


 
Neuer Israelitischer Friedhof (Eckenheimer Landstraße)
Bauj.: Friedhof: 1928
Trauerhalle: 1928-1929 Arch.: Fritz Nathan, Frankfurt a. M.


Zeitlich parallel zur Nord-Ost-Erweiterung des Hauptfriedhofs plante auch die Jüdische Gemeinde nordwestlich anschließend einen neuen Friedhof mit einem Eingangsgebäude, das 1928-29 zur Ausführung kommen sollte (Eckenheimer Landstraße 230). Die Pläne für beide Projekte stammten von Regierungsbaumeister Fritz Nathan.
Von der Eckenheimer Landstraße aus gelangte man durch ein dreiteiliges, von einem Schriftband gekröntes Portal in einen quadratischen, von Arkaden umgebenen, im schachbrettmusterartigem Ziegelzierverband gepflasterten Innenhof; im Norden flankiert von der Trauerhalle mit dahinter anschließender Leichenhalle und im Süden von den Verwaltungsgebäuden begrenzt. Die Grabstätten schlossen sich gegenüber dem Haupteingang in quadratischen, von Heckenpflanzungen getrennten Feldern an einer geraden Mittelallee an. Alle Bauwerke wurden in dunkelroten holländischen Klinkern ausgeführt, deren Material und Mauerverband den einzigen Fassadenschmuck darstellten.
Die große Trauerhalle im Hauptgebäude betrat man durch fünf hohe Arkaden, über denen die Halle belichtende Fenster angeordnet waren. Die zur Linken erscheinenden niedrigen Portale führten in die kleine Halle, die mit der großen im Bedarfsfall verbunden werden konnte. Sie wurde durch eine farbige Glaswand belichtet. Durch Portale zur Rechten gelangte man zu dem Kaddischgebetraum.
Die für die Trauerhalle gewählten kubisch-strengen Formen und die klare Grundrissaufteilung lassen den Bau Nathans gleichberechtigt neben der Architektur Elsaessers stehen.

 

Zum Gedenken von Helmut Nordmeyer

Zum Gedenken von Helmut Nordmeyer
Grab- und Denkmäler in Frankfurt am Main
Jede Kultur und jede Zeit hat ihren eigenen Umgang mit dem Tod und
den Toten. Während es in einigen Regionen dieser Welt üblich ist, die
Toten zu verbrennen und deren Asche zu verstreuen, hat sich in anderen
Kulturkreisen der Brauch entwickelt, die Toten mehr oder weniger
aufwendig zu bestatten. Dabei ergab sich die sorgsame Behandlung der
Toten aus dem Glauben an ein – wie auch immer geartetes – Leben
nach dem Tode.

© Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main 2000.
Text, Gestaltung, Redaktion: Helmut Nordmeyer.
Fotos/Scans/Fotobearbeitung: Michael Schmidt.
Druck: C. Adelmann GmbH, Frankfurt am Main.

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