Frankfurter Hauptfriedhof:  Kriegsgräber  (2)
 Zurück zu Start Kriegsgräber(1)  -  Kriegsgräber(2)  -  Kriegsgräber(3)  -  Kriegsgräber(4) 
Gewann VII:

GPS: N 50° 08' 11.63" E 008° 41' 37.06''

Auf 20 Friedhöfen im Stadtgebiet von Frankfurt am Main haben insgesamt 10.658 Tote des Ersten und Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhe gefunden. Die größten Kriegsgräberstätten gibt es hier – auf dem Hauptfriedhof sowie dem Waldfriedhof Oberrad.


Bronzegestalt des "Hiob"
Entwurf und Gestaltung:
Gerhard Marcks (1889-1981),
um 1950

Einige der auf diesem Friedhof gelegenen Gräberfelder wurden bereits während des Krieges angelegt und später von der Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit Bund und Land sowie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ausgestaltet. Umbettungen von verschiedenen Stadtteilfriedhöfen trugen zur Erweiterung der Anlage bei.
Zu den beigesetzten Toten gehören deutsche sowie ausländische Männer, Frauen und Kinder.
Den Mittelpunkt der Anlage bildet das Ehrenmal für die Toten des Ersten Weltkrieges. 1.625 deutsche Soldaten sowie 41 russische und serbische Kriegsgefangene haben im vorderen Teil des Gewann VII ihre letzte Ruhe gefunden.
3.109 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges und zivile deutsche Opfer des Bombenkrieges wurden im hinteren Teil des Gewann VII beigesetzt. Ihre Gräber sind mit rötlichen Sandsteinkreuzen gekennzeichnet.
Ein schmaler Weg rechts neben dem Ehrenmal führt zum Mahnmal ("Hiob") für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In dem daran anschließenden Gräberfeld wurden 895 ausländische Zwangsarbeitskräfte und Kriegsgefangene sowie 545 deutsche Opfer der Gewaltherrschaft zusammengebettet.
Auf der hinteren, rechten Seite im Gewann X haben 113 polnische Tote des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhe gefunden.
Klick vergrößert Klick vergrößert Klick vergrößert

Klick vergrößert

Klick vergrößert Klick vergrößert
Gräberfeld der deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges
Schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden in Frankfurt zahlreiche Lazarette eingerichtet, in denen schließlich über 8.000 Soldaten versorgt werden konnten. Der Höchststand war am 20. November 1918 mit 122 Lazaretten und einer Kapazität von 13.959 Betten erreicht. Etwa 60% der Lazarettinsassen hatten sich in den Kämpfen an der Westfront Schußverletzungen und Knochenbrüche zugezogen. Die meisten der verwundeten Soldaten starben im Oktober und November 1918.
Gräberfeld der zivilen deutschen Bombenopfer
Von Juni 1940 bis zum März 1945 war Frankfurt zahlreichen Bombenangriffen ausgesetzt. Die schwersten Angriffe erlebte die Frankfurter Bevölkerung zwischen dem 18. und 24. März 1944. Der Altstadtkern und die Innenstadt wurden fast vollständig zerstört, auch Goethes Geburtshaus brannte nieder. Mehr als 180.000 Menschen wurden obdachlos.
Die 22-jährige Else Benker (Reihe 25, Grab 4) kam beim Bombenangriff am 22. März 1944 in Ausübung ihres Berufes als Krankenschwester im Marienkrankenhaus ums Leben.
Am 12. September 1944 gab es einen weiteren Angriff, bei dem auch der Bockenheimer Luftschutzbunker in der Mühlgasse getroffen wurde. An diesem Tag starben dort zahlreiche Frauen und Kinder, darunter die 28-jährige Katharina Brunner mit ihrem knapp zweijährigen Sohn Karlheinz (Reihe 47, Grab 13 und 14).
Klick vergrößert Klick vergrößert Klick vergrößert
Klick vergrößert Klick vergrößert Klick vergrößert