Frankfurter Hauptfriedhof: Das Grabes von Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud
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Feierliche Wiedervorstellung des Grabes von Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud
Die Grabstätte

Die Renovierung des lange Zeit  vernachlässigten Grabes von Cécile Mendelssohn- Jeanrenaud, der aus Frankfurt am Main stammenden Gattin des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, ist jetzt fertig.

Die Mendelssohn-Gesellschaft
Frankfurt am Main
arrangierte am 22. Mai 2005
auf dem Frankfurter Hauptfriedhof
eine Feierstunde aus Anlaß der öffentlichen Wiedervorstellung
des Grabes und
der Übernahme der Patenschaft.

Fotos (Bildergalerie) der Feierstunde

Links:
Die Grabstätte

Rechts:
Bildnis Cécile Jeanrenaud

Inschrift:
"CAECILIE SOPHIE CHARLOTTE MENDELSSOHN BARTHOLDY geborene JEANRENAUD.
geboren zu Lyon d. 10.Octbr. 1817  gestorben d. 25.Septbr. 1853"

Auf der Rückseite des Kreuzes die Inschrift:
"Elle n'est pas ici; pour quoi chercher, parmi les morts ceux, qui sont vivants".

Die Frankfurterin
Stadt-Blatt der FRANKLFURTER ZEITUNG v. 22.9.1928
Cäcilie Mendelssohn-Bartholdy - Zur 75. Wiederkehr ihres Todestages

 "Diese Zeit ist sonderbar. Ich bin so entsetzlich verliebt, wie noch niemals in meinem Leben, und ich weiß nicht, was ich anfangen soll. Übermorgen soll ich von Frankfurt abreisen, mir ist aber, als kostete das den Hals, ich will in jedem Fall vor Leipzig wieder hier sein, um dies gar zu nette Mädchen noch einmal zu sehen, aber ob sie sich etwas aus mir macht, das weiß ich eben gar nicht und was ich anfangen soll, wie gesagt, auch nicht." So schrieb Felix Mendelssohn am 24. Juli 1836 an "Becken", seine jüngste Schwester. Und an die Mutter sendet er am 9. September die Mitteilung: "..in diesem Augenblick, wo ich wieder in mein Zimmer trete, kann ich nichts anderes thun, als an Dich schreiben, daß ich auch eben jetzt mich mit Cécile Jeanrenaud verlobt habe... wie ist mir so reich und glücklich ..."

Dem Mädchen, dem es bestimmt war, Herz und Seele des hochbegabten jungen Künstlers so zu fesseln, war die jüngere der beiden Töchter des am 16. April 1819 bereits gestorbenen Pfarrers Jeanrenaud der franz. reformierten Gemeinde in Frankfurt.

Die Witwe, Elisabeth Wilhelmine, geb. Souchay , wohnte mit ihren Kindern am Fahrtor. Cècilie (Cäcilie Sophie Charlotte) war am 10. Oktober 1817 in Lyon geboren.

Sie muß von wundersamer Anmut und Lieblichkeit gewesen sein; ihr Bild und die Schilderungen der Zeitgenossen bezeugen das. Eine vollkommene Harmonie der Bewegungen, ein gütiges, ruhevolles Wesen, untadelige Reinheit des Charakters zeichneten sie aus;  "sie war nicht hervorragend geistreich, nicht tief gelehrt, nicht sehr tatenvoll, aber ihr Umgang war so wohltuend ruhig, so erquickend wie die reine Himmelsluft oder das frische Quellwasser", sagt von ihr G. Hensel (in seiner Biographie der Familie Mendelssohn).

Es wurde eine Ehe, die so glücklich blieb wie sie begonnen hatte. Cäcilie hat ihren Gatten nur um wenige Jahre überlebt. Der Schmerz um den geliebten Mann zerbrach ihre Gesundheit, die ohnehin immer nur zart gewesen. Eduard Devrient hat sie in seinen Erinnerungen, vielleicht mit etwas romantischer Darstellungsweise, geschildert, als "eine schlanke Gestalt, die Gesichtszüge von auffallender Schönheit und Feinheit, bei dunkelblondem Haar und großen blauen Augen von jenem verklärten zauberischen Glanze, der, ebenso wie die Rosenröhte der Wangen, sie als ein frühes Opfer des Todes kennzeichnete. Sie sprach wenig, mit leiser, sanfter Stimme." –

Nach dem Todes Felix Mendelssohns kehrte die Witwe nach Frankfurt zurück. Cäcilie Mendelssohn starb hier am 25. September 1853 und wurde auf dem Hauptfriedhof bestattet. Ihre Grabstätte ist nicht, wie vielfach behauptet wird, vergessen, sondern in gutem Zustand; das Friedhofsamt der Stadt Frankfurt hält das Grab in Pflege. So ist das äußere Zeichen des Gedenkens an die Gattin des großen Musikers, der ehemals mit unserer Stadt durch zahlreiche Beziehungen künstlerischer und persönlicher Art verbunden war, nach menschlicher Voraussicht gewährleistet.
 

Felix Mendelssohn (03.02.1809 - 04.11.1847), aus einer kunstsinnigen, sowie wohlhabenden Bankiersfamilie stammend, repräsentiert wie kaum eine andere Persönlichkeit die kulturelle Blütezeit Frankfurts im 19. Jahrhundert, bei der die Mainmetropole gerade auf dem Gebiet der Musik eine bedeutende Führungsstellung eingenommen hat.
Bei einem Gastdirigat lernte Mendelssohn die Frankfurter
Pastorentochter Cécile Jeanrenaud kennen, beide heirateten am
28. März 1837 in der französisch-reformierten Kirche am Goetheplatz in Frankfurt am Main.
Felix Mendessohn
Mendelssohn entwickelte in den Jahren 1836/37 darüber hinaus eine enge familiäre Bindung zum Hause Jeanrenaud sowie zum Hause Souchay, der Familie Cécile Sophie Charlottes mütterlicherseits, welche ihn wie einen Sohn des Hauses ins Familienleben integrierten.
Nach Mendelssohns frühem Tod im November 1847 (Berliner Grabstätte) kam die erkrankte Cécile zur Pflege zu ihren Eltern nach Frankfurt, wo sie 1853 im Alter von nur 35 Jahren starb und vier Kinder zurückließ.
Ihr Grab ist der einzige Ort, der direkt an Mendelssohns Schaffen hier in Frankfurt erinnert.
Klick vergrößert Die Grabstätte liegt im Gewann E 171-173
in einer Reihe von 6 weiße Kreuzen. Davon die vier linken weiße Kreuze aus weißem Marmor auf eigenem Sockel aus Granit.
Der Weg zu der Grabstätte ist hier beschrieben (bitte klicken).

Links:
Eine Aufnahme im teilrenovierten Zustand der Kreuze.
 

Klick vergrößert Links:
Aufnahme von 1996 im
desolaten Zustand der Kreuze.
 

Klick vergrößert

Rechts:
Aufnahme von 1996

Die Renovierung
Klick vergrößert Klick vergrößert Klick vergrößert (Foto: Kottwitz) Klick vergrößert
Die Renovierungsarbeiten wurden vor Ort und in den Werkstätten eines Steinmetz-Betriebes durchgeführt.
Klick vergrößert Links:
Aufnahme während das Kreuz von Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud,
in den Werkstätten des Steinmetz-Betriebes befand.
Der Baum hinter dem Kreuz wurde wegen seines starken Wurzelwuchses
und der damit verbundenen Gefahr für die Kreuze gefällt.

GPS: N 50° 08' 01.6" E 008° 41' 18.7''

Der Weg zur Grabstätte von Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud  - Gewann E 171-173
Der kürzeste Weg: Der direkte Weg führt durch den Ein- und Ausgang Gruftenweg
(Rat-Beil-Strasse), vorbei an den Gruften (Gruftenweg) bis zum Anfang des Gruftenbaus.
An dieser Wegkreuzung endet das Gewann B und ist die Grenze zu Gewann E. Dort sieht man schon in nördlicher Richtung die Reihe mit den weißen Kreuzen stehen.

Weg vom Ein- und Ausgang Grünflächenamt, Altes Portal: Wenn Sie vom Ein- und Ausgang Grünflächenamt, Altes Portal kommen
nutzen Sie genau gegenüber des Alten Portals der "Mittelweg" immer
gerade aus bis zu den Gruften (Gruftenweg). Dann biegen Sie links ab.
Nach ein paar Metern kommen Sie zu einer Wegkreuzung.
An dieser Wegkreuzung endet das Gewann B und ist die Grenze zu Gewann E. Dort sieht man schon in nördlicher Richtung die Reihe mit den weißen Kreuzen stehen.

Andere Eingänge: Andere Eingänge, um an die Grabstätte zu gelangen sind möglich, werden jedoch nicht empfohlen.

Der Plan

Links:

Übersichtsplan des Friedhofs mit Gewannangaben.
Der Ausschnitt, Bild unten, ist rot eingefärbt.

Unten:
Detail-Plan des Gewannes E mit der Kennzeichnung (grüner Kreis)
der Grabstätte Gewann E 171-173 von Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud

 

Der Hauptfriedhof ist durch verschiedene Ein- und Ausgänge zu betreten. (mehr)

Für Bedienstete gibt es auch eine Zufahrt mit Schranke.
Ein- und Ausgang Grünflächenamt, Altes Portal.
Ein- und Ausgang Neues Portal, Trauerhalle, Verwaltung, Taxi.
Ein- und Ausgang Eckenheimer Ldstr.    Versorgungsamt, Ein- und Ausfahrt für Bedienstete.
Ein- und Ausgang Sozialzentrum Marbachweg (Drehkreuz).
Ein- und Ausgang Marbachweg / Gießener Strasse.
Ein- und Ausgang Friedberger Landstrasse.
Ein- und Ausgang Gruftenweg (Rat-Beil-Strasse).

Kontaktstellen und Links:

http://www.cavallerotti.de/html/piazza.html Die Cavallerotti - das KulturNetzwerk
Verein zur Förderung junger Künstler

http://www.karadar.it/PhotoGallery/mendelssohn.html Felix Mendelssohn-Bartholdy

http://www.lizeray.com/arbregen/pafg821.htm#21152 Genealogische Informationen Mendelssohn

Mendelssohn-Gesellschaft Frankfurt am Main
Geschäftsstelle:
Franziska-Kessel-Straße 15
60439 Frankfurt am Main - Heddernheim
http://www.mendelssohn.info