Frankfurter Hauptfriedhof:
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Heinrich, Carl August (1890-1976) 

Gewann A  (Grabstätte abgeräumt)

  Carl August Heinrich Carl (auch: Karl) August Heinrich
Gründer der
"Vereinigung von Freunden der Natur- und Heimatkunde"
 
geboren am: 15. Februar 1890
gestorben am: 15. Dezember 1976

Wesentliche Daten zur Person in Verbindung zur Heimatstadt Frankfurt am Main:
seit 1910 in der Erwachsenenbildung tätig
1905 (als Fünfzehnjähriger) Veröffentlichung eines Aufsatzes im Frankfurter Generalanzeiger mit dem Titel: "Die Frankfurter Schäfersteine von 1484"
1910 Gründer der "Vereinigung von Freunden der Natur- und Heimatkunde, Mitglied des Verbandes wissenschaftlicher Vereinigungen zur Volksbildung", später als Vorstandsmitglied Wissenschaftlicher Leiter zur Heimatkunde u. Ehrenvorsitzender
1910 Dozent beim "Frankfurter Bund zur Volksbildung"
1919 Vorsitzender des "Verbandes Wissenschaftlicher Vereinigungen zur Volksbildung"
1919 Mitglied im "Frankfurter Verein zur Geschichte und Landeskunde
1966 Ehrenmitglied dieses Vereins
1918 - 1923 Mitarbeiter bei der "Kleinen Presse der Frankfurter Zeitung"
1920 - 1931 Dozent zur Heimatkunde an der" Volkshochschule Höchst"
1970 Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main
(zum 80. Geburtstag)

Carl August Heinrich mit Brigitte Kaufmann  Links das Foto um 1965 zeigt Carl August Heinrich in "voller Aktion" zusammen mit seiner Mitarbeiterin Brigitte Kaufmann.
Frau Brigitte Franke, geb. Kaufmann, kann sich sehr gut an
Carl August Heinrich erinnern. Sie sagt dazu:

Ich habe C. A. Heinrich von Ende der 50-er Jahre bis zu seinem Wegzug nach Oberursel 1970 unterstützt. Dieses interessante Amt habe ich als junge Frau als Nachfolgerin meines Bruders nach dessen Heirat übernommen. Meine Aufgaben waren die Ausgabe der Teilnehmerkarten zu den Vorträgen, bei seiner Abwesenheit die Information wißbegieriger Gäste und Vorträge.
 
Er hat Stadtwanderungen mannigfaltigster Art, thematische Wanderungen, wie "Auf den Spuren
Goethes durch Alt-Frankfurt" und "Aus den Anfängen des Fernsprechwesens", Wanderungen in die
Frankfurter Umgebung und stets gut besuchte Vorträge im Saal dargeboten.

Herr Heinrich verfügte über ein phänomenales Wissen, und er hatte ein souveränes, bestimmendes
Auftreten. Wenn er ein Ziel als/richtig erkannt hatte, verfolgte er es mit Nachdruck. Ich erinnere mich,
daß die Rettung des wunderschönen schmiedeeisernen Eingangstors am Oederweg zum Holzhausenschlösschen sein Verdienst war.


Herr Günter Moos ist erfolgreich als stadtkundiger Führer für den "Frankfurter Geschichtsverein" tätig.
Auch er kann sich sehr gut an Carl August Heinrich erinnern und sagt dazu:

Ich habe ihn von etwa 1962 bis zu seinem Wegzug nach Oberursel 1970 persönlich gekannt und häufig und
mit großem Interesse an seinen Führungen und Vorträge teilgenommen. Sehr viel von dem,
was ich heute meinen interessierten Zuhörern vermitteln kann, verdanke ich "Carl Heinrich". Er war
geistig und körperlich fit bis ins hohe Alter. Ich erinnere mich an eine seiner Führungen zur Gerbermühle.
Diesen weiten Weg hat er als 75-Jähriger ohne Schwierigkeiten zurückgelegt. Ein heiliger Zorn
packte ihn, als ab 1961 beim "Verlag Frankfurter Bücher" 3 Bände eines noch heute bekannten Werkes über Frankfurt erschien. Zu seinem Ärger habe der Verfasser immer an "Carl Heinrichs" Führungen teilgenommen und sich eifrig Notizen gemacht, es aber nicht für nötig erachtet, in den Büchern
auf ihn zu verweisen.
Nach seinem Wegzug nach Oberursel ist "Carl Heinrichs" umfangreiche Heimatbibliothek im
"Antiquariat Distelhut'" verkauft worden. Das Grab von "Carl Heinrich" auf dem Frankfurter
Hauptfriedhof besteht nicht mehr. Es hat sich nahe dem Grab des bekannten Stadtbaumeister Ernst
May befunden.

 

Frankfurt a. M., den 12. März 2004
Horst Klatt


Quelle:
Die oben angeführten Daten, Informationen und Foto entstammen einer Zusammenstellung aus "Nachlass der Dia-Sammlung von Karl August Heinrich" aus dem Jahr 2004 von Horst Klatt aus Frankfurt am Main.
Die Sammlung befindet sich im Institut zur Stadtgeschichte, Frankfurt am Main;
Signatur: S14 He/ Archivalien sind aufbewahrt unter: S2/850