Frankfurter Hauptfriedhof:
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Prof. Dr. Theodor Kestner, Gewann A 96 (vormals A 413 G)

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Prof. Dr. med. Theodor Friedrich Arnold Kestner, geboren 15.05. 1779 in Hannover, gestorben am 28. 05. 1847 in Frankfurt am Main. Sohn der Eltern Johann Georg Christian Kestner (1741-1800) und Charlotte Sophie Henriette Kestner, geb. Buff (1753-1828), Goethes Jugendfreundin „Lotte“. Auf Vermittlung Goethes wurde Theodor Kestner 1804 als Arzt in Frankfurt am Main rezipiert. 1812/ 13 Professor für Chemie und Pharmakologie an der von Dalberg errichteten medizinisch-chirurgischen Spezialschule. 1813 Physikus. 1815 war Goethe zu Gast bei Kestner. In seinem Reisebericht fordert Goethe, im Sinne Kästners, die Einrichtung eines Lehrstuhls für Physik und Chemie in Frankfurt am Main. Arbeitendes Mitglied der SNG. Kestner gehörte zu den Mitbegründern der Polytechnischen Gesellschaft um 1816 (Quelle: Wolfgang Klötzer, 2003, Die Polytitechnsiche und ihre Töchter) Ebenfalls war er Mitbegründer des Physikalischen Vereins (1824) und des Ärztlichen Vereins (1845). Administrator des Städels. *)

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Grab-Bodenplatte-Inschrift:

HIER RUHT EIN SOHN VON WERTHERS LOTTE
DR. MED. THEODOR KESTNER
STADTPHYSIKUS UND PROFFESOR IN FRANKFURT
1779-1847
-
MARIE CHRISTINE KESTNER
GEB. LIPPERT
1789-1839
pers Im Jahre 2000 befand sich auf dem Grund von Gewann A 96 noch ein Baum und ein schwarzes Marmor-Grabkreuz auf den Namen Leykauf mit Kruzifix im guten Zustand. Auf dem Sockel sind vier Namen zu lesen: Fritz Leykauff (1824 -1897), Marie Leykauff, geb Lippert (1835 - 1922), Jean Leykauff (24.07.1856 - 04.07.1931), Carl Leykauff (1860 - 1932). Im Dezember des nachfolgenden Jahres meldete sich ein "Freund des Frankfurter Hauptfriedhofs" Dr. Joachim Wissfeld (1920-2013), Chirurg u. Fliegerarzt in Frankfurt am Main, beim Grünflächenamt / Friedhofs-verwaltung und gab den Defekt des Marmorkreuzes schriftlich bekannt.
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Im Jahre 2005 hatte der schwarze Marmor-Sockel eine besondere Kennzeichnung. Wie auf dem Foto links vom 09.03.2005 gut zu erkennen steckt im Boden vorne neben dem Grabstein ein gelber Pfosten. Diese Kennzeichnung des Grünflächenamtes auf Grabstätten sagt aus, daß der gekennzeichnete Grabstein, der keinen Denkmalschutz genießt, dennoch als "erhaltenswert" eingestuft wurde.
Heute (2015) ist der Baum verschwunden und es steht nur noch der schwarze Marmor-Sockel unbeschädigt, jedoch ohne Kreuz auf dem Grab A-96.

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An einem Freitag Nachmittag, den 09.06.2017 wurde der schwarze Marmorsockel, dem seit 2002 das Kreuz mit Kruzifix abhanden gekommen ist, bedauerlicherweise von der Grabstätte entfernt. Der Grabstein mit seiner aufwendigen, künstlerischen Inschrift hatte bis dato äußerlich keine Beschädigungen aufzuweisen und stand offensichtlich fest auf seinem gemauerten Fundament.

Danke an eine aufmerksame Friedhofsbesucherin für den Hinweis und das Foto links.

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Der als "erhaltenswerte" eingestufte Grabstein lag später, nach der Demontage (im Fachjargon: Abräumen genannt), in mehrere Teile aufgebrochen, auf einem gesonderten Platz im Gelände des Hauptfriedhofes.
Nach "erhaltenswert" sieht das allerdings auf dem Foto links nicht aus. Es ist schade, daß es bis heute (2017) keine Information für den Bürger an den Aushängekästen gibt, die von solchen Verwertungs-Aktionen im Vorraus berichten. In diesem Fall hätte eine der Red. bekannte Person die Pflege für den Grabstein mit dem historischen Hintergrund gerne übernommen. Zudem hätten die Kosten für das Abräumen eingespart werden können.

Das Grab befindet sich in der Nähe d. "Alten Portals", wenige Schritte vom Schopenhauer-Grab entfernt.


*) Quelle: Verlag Waldemar Kramer "Frankfurter Biographie Zweiter Band A-L".
Danke für die Berechtigung zur Verwendung von Textpassagen auf dieser Website.

Quelle Foto: Theodor Kestner (ganz oben)
http://oldornes.free.fr/genealogie/descendance%20charlotte.htm

Vielen Dank an Frau Christel Wellner, Frankfurt am Main, die sich leidenschaftlich für die Pflege und Erhaltung der Grabstätte einsetzt.

bio

© Harald Fester, 2017
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