Frankfurter Hauptfriedhof:
 Zum Gewann XIV (römisch 14)  

Grabstätte von Carl Luley (1887-1966) Gewann XIII - 618

Stimmprobe

Grabstätte vergessen? Grabstätte in Ordnung gebracht Carl Luley (aus Frankfurter Biographie - Waldemar Kramer Verlag)
Manchmal werden Grabstätten unerwartet nicht mehr in Ordnung gehalten. So wie auf dem linken Foto.

Menschen, die sich zu Lebzeiten verdient gemacht haben, wie der Schauspieler Carl Luley haben eine gepflegte Grabstätte verdient.
Das dachte sich auch Herr Dieter Georg - der mehrere Grabstätten auf dem Hauptfriedhof als Pate unterhält - und brachte das Grab, in dem auch Gretel Luley (1895-1981) ihre letzte Ruhe fand, wieder in Ordnung. Auf dem Grabstein befindet sich auch die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main, die Carl Luley zum 75. Geburtstag 1962 verliehen bekam.


Frankfurter Biographien
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Buchbeschreibung der Frankfurter Biographie, Erster Band A - L finden Sie hier

Luley, Carl (auch: Karl).
Schauspieler. geboren am 21.9.1887 in Frankfurt a.M., gestorben am 10.3.1966 in Frankfurt am Main. Schauspielunterricht bei Max Bayrhammer (1907-1909). Engagements in Aschaffenburg (1909-1912) und BielefeId (1912-1914). Kriegsdienst. Seit 1919 Engagement an den Städtischen Bühnen Frankfurtr am Main. Bedeutender Chargen- und Väterspieler. Rollen: Attinghausen ("Wilhelm Tell"), Klosterbruder ("Nathan der Weise"), Stimme des Herrn ("Faust"), Stadtmusikus Möller ("Kabale und Liebe"), Melville ("Maria Stuart"), Daniel ("Die Räuber"), Kaplan ("Was ihr wollt"), Bruder Thomas ("Zweierlei Maß")
u.a. Äußerst beliebt als Mundartschauspieler, wurde Luley nach 1945 zum Typus des Alt-Frankfurters schlechthin und trug das Prädikat "Volksschauspieler" mit Würde. Rollen: Muffel ("Alt-Frankfurt."), Dummbach ("Datterich"), Hampelmann ("Landpartie nach Königstein"), der alte Bürgerkapitän, Vater Knie ("Katharina Knie") u.a. Seine Bühnenpannerinnen in Dialektstücken waren oft Anny Hannewald und Else Knott, so daß man diese drei Schauspieler "das Alt-Frankfurter Trio" nannte. Als Vortragskünstler
(vgl. seine Schallplatte "Das Frankfurter Herz", gesprochen mit Carl Rühl) pflegte Luley nicht nur die traditionelle Mundartdichtung von Stoltze, sondern er erinnerte nach 1945 auch wieder an den von den Nationalsozialisten verbotenen Mundartschriftsteller Karl Ettlinger.
Mitwirkender bei Hörfunk, Film und Fernsehen, u.a. in der Serie "Die Familie Hesselbach" von Wolf Schmidt im Hörfunkprogramm des HR. Am 3.10.1949 30jähriges Frankfurter Bühnenjubiläum als Hampelmann in "Die Landpartie nach Königstein" von Malß. Am 22.11.1953 während einer Vorstellung des "Prinzen von Homburg" von Kleist Ernennung zum Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main.
Zum 75. Geburtstag 1962 Festvorstellung des "Datterich" von Niebergall und Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main. In der Eröffnungspremiere des neuen Schauspielhauses 1963 spielte Luley den alten Bauern im "Faust I". Seine letzte Rolle war der Pfarrer in der "Dreigroschenoper" von Brecht. Luley, der fast 50 Jahre lang zum Frankfurter Ensemble gehörte, hat sich um das Frankfurter Theater besonders verdient gemacht (u.a. Engagement für den Wiederaufbau nach 1945). Sein Lieblingsplan war die Einrichtung eines Frankfurter Volkstheaters, was er aber nicht mehr erlebte.
Nachlaß im Stadtarchiv Frankfurt am Main.
 

Quelle: Frankfurter Biographie, Erster Band A - L, Verlag Waldemar Kramer, Seite 477-478