Frankfurter Hauptfriedhof:  Grabstätte in Patenschaft
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Grabstätte: Gewann F V/VI
Bankiers-Familie Kessler: Klick vergrößert

Obelisk aus weißem Marmor mit dem Medaillon des bei einem Bootunfall auf dem Main ums Leben gekommenen Hugo Kessler (1885-1905).
Eine aufwendig und künstlerisch wertvolle Arbeit des Bildhauers Heinrich Waderé (1865-1950). Ganz links der Grabanlage ist das Kreuz aus schwarzem Granit für Dr. Otto Busch (1841-1879), dem Bruder von Wilhelm Busch. Er war Hauslehrer bei der Familie Kessler.

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Die Patenschaft für diese Grabanlage hat Herr Dieter Georg übernommen.


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Grabstätte direkt nach Übernahme
der Patenschaft
Grabstätte noch ungepflegt Grabstätte nach der Reinigung

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Medaillon rechte Seite Lesen Sie den Presseartikel hier Medaillon oben in der Mitte

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Gesicht eines Putto ganz nahe Gesamtansicht Hundekopf

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Rechte Seite der Grabstätte
nach der Reinigung
Inschrift
Auguste Ferdinanda Kessler
geb. Kessler
geb.7.Juni 1862    gest.18.Januar1909
Der Pate und interessierte Besucher

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Putto mit Hund von hinten Putto vor der Reinigung Putto mit Hund

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Putto mit Hund ganz rechts Inschrift
"Nach die Herr
verlanget mich!"
"Sie ist dahingegangen
wo schon ihr Liebling war."
Inschrift
Letty Kessler
geb. 21.Okt. 1864
gest. 9.Jan. 1944

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Inschrift
(Wappen) Betend
daß Gott
dich erhalte
so schön, so rein und hold
Inschrift
Offenb. Johannis 2. Vers 10.
Sei getreu bis an den Tod,
so will ich Dir die Krone
des Lebens geben.
Inschrift
Meinem vielgeliebten einzigen Sohne
Hugo Kessler
geb. Sonntag 20. Sept. 1885
gest. Sonntag 10. Sept. 1905

Klick vergrößert Klick vergrößert Keßlerstraße in Frankfurt am Main - Eschersheim
Inschrift
Und Gott wird abwischen
alle Tränen von ihren Augen,
und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid, noch Geschrei,
noch Schmerz wird mehr sein:
denn das Erste ist vergangen.
Signatur des Bildhauers
H.WADERE 1910
"Frankfurter Straßennamen
Büchlein" von Kurt Wahlig

Keßlerstraße (Eschersheim):
Die Altfrankfurter Bankiersfamilie Keßler, Wiesenau1, trat 1866 das Gelände für die Vorortbahn zwischen Eschersheim und Frankfurt unentgeltlich an die Stadt ab. Bei der Familie wohnte der Maler Wilhelm Busch, als er seine "Fromme Helene" schrieb.

Der Bootsunfall von Hugo Kessler am 10. 09.1905

Klick vergrößert   Auszug aus der „ Frankfurter Zeitung“ – Morgenblatt vom 11.09.1905

Bootunglück auf dem Main
= Frankfurt, 11. Septbr. Das Privatboot des Bankiers Hugo Keßler, ein Doppelzweier, ist Sonntag Abend gegen 6 Uhr auf dem Main in der Nähe der Wilhelmsbrücke auf der Sachsenhäuser Seite untergegangen. Leider sind bei dem Unfall zwei junge Menschenleben vernichtet worden; ein Neffe des Herrn Keßler, Schüler des hiesigen Goethe-Gymnasiums, und ein anderer junger Anverwandter aus England, der Sohn eines dort lebenden Vetters des Bootsbesitzers, sind ertrunken.
Das Boot war mit Herrn Keßler, seinem Associé Herrn W. Melber und den Genannten besetzt. Das Wetter war stürmisch, bei einem heftigen Windstoß schlugen die Wellen ins Boot und füllten es so rasch, dass es im Nu sank. Die beiden jungen Leute gingen unter und verschwanden in den Wellen, bevor ein Versuch zu ihrer Rettung gemacht werden konnte, obgleich sich der Unfall ganz in der Nähe des Ufers ereignete.
Sie standen im Alter von 17 Jahren und waren von kräftiger Gestalt; der eine, der Schüler des Goethe-Gymnasiums, war sogar ein guten Schwimmer. Die Herren Keßler und Melber konnten sich ans Ufer retten. Die Rettungswache wurde sofort benachrichtigt und erschien an der Unfallstelle, um Wiederbelebungsversuche anzustellen, wenn die Verunglückten geländet würden. Das war aber bis zum späten Abend noch nicht geschehen.

Auszug aus der „ Frankfurter Zeitung“ – Abendblatt vom 11.09.1905
 
Das Bootunglück auf dem Main
Die Leichen der beiden jungen Leute, die, wie im Morgenblatt gemeldet ward, bei einem Bootunfall auf dem Main ertrunken sind, wurden gestern spät Abends in der Nähe der Unfallstelle von Fischern geborgen.
Die Leiche des jungen Kessler, Schüler des Goethegymnasiums, kam in die Wohnung der Mutter auf der Bockenheimer Landstraße, die des jungen Engländers wurde nach dem Sachsenhäuser Friedhof verbracht.
Der Unfall ereignete sich im Kohlenhafen. Das Wasser ist dort, wo Schiffe mit großen Lasten ankern, sehr tief. Die vier Bootinsassen machten schon am Morgen eine Tour nach Kelsterbach. Bei der Heimfahrt wehte ein starker Wind und gegen Abend setzte ein heftiger Sturm ein. Die Wellen schlugen ins Boot und brachten es zum Sinken. Die zwei erwachsenen Begleiter erreichten durch Schwimmen das Ufer. Kohlenarbeiter, die den Vorfall beobachtet hatten, versuchten den anderen beiden, die mit den Wellen rangen, Hilfe zu bringen und kamen auch in die Nähe des einen. Die Wellen gingen aber zu hoch, die Unglücklichen verschwanden in den Fluten.
- Aus Ruderkreisen wird uns geschrieben: „ Angesichts des gestrigen, so tief beklagenswerten Bootunfalls möchte ich auf die Tatsache hinweisen, die entweder wenig bekannt ist oder nicht genügend beachtet wird: Jedes aus Holz gebaute Ruder- oder Segelboot hat auch in gesunkenem oder umgekipptem Zustande noch ausreichende Tragfähigkeit, um Menschen über Wasser zu halten.
Jeder Insasse eines Bootes sollte daher vor Antritt der Fahrt ausdrücklich angewiesen werden, im Falle des Kenterns oder Sinkens unbedingt beim Boote zu bleiben; durch Auflegen einer Hand kann man sich mit Leichtigkeit über Wasser halten. Die erforderliche Ruhe und Besonnenheit wird geübt, wenn man das sichere Rettungsmittel kennt und daran denkt, es anzuwenden; eine entsprechende Anweisung sollte daher in jedem Boot angebracht werden, und die Ruderlehrer und Bootverleiher stets darauf hinweisen. Jeder erfahrene Ruderer wird das Gesagte bestätigen. H. St.“