(9) Reaktionen, Randnotizen

1 linie gruen 900
Anmerkungen zum Umfeld dieses Themas
1 linie gruen 900

 btn nix 10x10
Überblick
Alte Bilder
Rundum faszinierend
Der Stamm
Das Fällen im März 2006
Alter und die Ringe
Trauer
Neuer Baum
Reaktionen, Randnotizen
1 linie gruen 900
Vorschlag von Harald Fester an die Stadt Frankfurt am Main


Die gewaltige Baum besteht nun nicht mehr. Mit den Verantwortlichen für den Hauptfriedhof suchte ich das Gespräch, um in irgend einer Form, für die Zukunft an dieses Naturdenkmal zu erinnern. Mein Vorschlag war, aus einer abgetrennten Holzscheibe aus dem wuchtigen Stamm eine Tafel mit Informationen zu erstellen, diese Tafel in der Nähe des frühren Standortes zu postieren und geschichtliche Ereignisse aus der Lebenszeit der Buche zu dokumentieren.

Unterstützung für diese Idee bekam ich dankenswerter Weise von:

Frau Ebba Drolshagen
Herrn Dirk Bührmann
Herrn Stephan Heldmann
Herrn Fritz Küsters
Herrn Günter Moos
Herrn Norbert Schlüter

Diese Epfehlung, mit einer Scheibe aus dem Stamm der Buche eine dekorative und leerreiche Hinweistafel zu erstellen, wurde seitens der Stadt Frankfurt nicht abgelehnt. Eine Verwirklichung wird von der Holzbeschaffenheit abhängen, hieß es. Zwischenzeitlich wurde klar, daß Buchenholz nicht ohne Probleme im Freien erhalten werden kann und es wird nach einer Lösung gesucht, dem gemachten Vorschlag anderweitig gerecht zu werden.

btn nix 10x10
rotbuche 90a
Seit September 2006 steht - aufgestellt vom Grünflächenamt - ein  Informations-Schaukasten in unmittelbarer Nähe der ehrwürdigen Rotbuche. Man findet den grünen Schaukasten in Gewann C gegenüber der Gruftenhalle, ein paar Meter entfernt eines Brunnens. Nun gibt es also nicht nur im Internet, sondern auch real und vor Ort eine Möglichkeit, sich über die Vergangenheit das Naturdenkmal Nummer 9 zu informieren. Kernstück bildet eine von Herrn Günter Moss zusammengestellte Zeittafel, die über die Lebzeit des Baumes Aufschluß gibt und dem Interessenten zeigt, was historisch Wichtiges in den Jahren von 1828 bis 2006 auf und um dem Hauptfriedhof geschah. Umrahmt wird die Tabelle von mehreren großflächigen Fotos der Rotbuche und dem Hauptfriedhof in verschiedenen Jahreszeiten.
rotbuche rotbuche
1 linie gruen 900
Zeittafel der Rotbuche
   
1828 Inbetriebnahme des Hauptfriedhofs und höchstwahrscheinlich Pflanzung der Buche.
1833 am 3. April Frankfurter Wachensturm.
1848 trat am 30. März das Vorparlament in der Paulskirche zusammen und am 18.Maiz zog das erste, frei gewählte, deutsche Parlament feierlich in die Paulskirche ein.
1866 Preußisch – Österreichischer Krieg und am 16.Juli Besetzung Frankfurts durch preußische Truppen. Am 8.Oktober wurde die „Freie Stadt“ Frankfurt am Main in den preußischen Staat einverleibt, Da durch wurde das ehemals souveräne Frankfurt preußische Provinzstadt.
1870 -1871 Deutsch-Französischer Krieg und Gründung des deutschen Reiches mit der Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles.
1871 am 10. Mai wird im Frankfurter Hotel "Zum Schwanen" der Deutsch-Französischer Krieg mit einem Friedensvertrag beendet.
1885 Frankfurter Friedhofskrawall. Bei der Beerdigung eines Sozialdemokraten schlug die Polizei mit blanken Säbeln auf die Trauergäste ein, weil verbotenerweise eine Trauerrede gehalten wurde.
1908 -1912 Bau der neuen Trauerhalle mit Krematorium nach Plänen der Berliner Architekten Reinhard und Süßenguth.
1912 Erste Einäscherung in Frankfurt am Main.
1914 -1918 Erster Weltkrieg.
1933 "Machtergreifung" durch die Nazis.
1939 -1945 Zweiter Weltkrieg.
1943 –1944 Zerstörung der Frankfurter Altstadt. Auch der Hauptfriedhof wird mit über 100 Bombentreffern in Mitleidenschaft gezogen. Über 5000 Bombenopfer sowie Opfer der Nazi- Gewaltherrschaft finden hier ihre letzte Ruhestätte.
1975 Letzte Erweiterung des Hauptfriedhofes (Gewann L - M)
1992 Inbetriebnahme des Friedhofs Heiligenstock als Entlastung für den Hauptfriedhof.
2006 Fällung der mächtigen Rotbuche.
2007 Stein in Baumstumpf freigelegt und Wurzel ausgeschält
2008 Der Trieb der alten Rotbuche entwickelt sich gut.
1 linie gruen 900
Stein in Baumstumpf freigelegt

Ende Mai 2007 wurde in Gewann C der verbliebene Baumstumpf abgetragen. Wie bereits im zweiten Abschnitt dieses Themas vermerkt und mit einer Zeichnung aus dem Jahre 1905 belegt, gab es in jungen Jahren des Baumes einen kleinen Begrenzungsstein einer Grabstätte seitlich des Baumstammes. Im Laufe der Jahre wurde der Stamm immer dicker und verschlang letztlich den ganzen Stein. Heute ist der über 100 Jahre alte Stein wieder ans Tageslicht gekommen. Der Baumstumpf wird komplett ausgeschält und dem Erdboden gleich gemacht.Es ist zu hoffen, daß bei der Aktion der neue Trieb (siehe weiter unten "Die Natur gibt nicht auf") erhalten bleibt. Mit Sorgfalt und Umsicht wird eine großes Fräße eingesetzt. Aufwendig und langwierig sind die Maßnahmen, die den Baumstupf bis auf Bodenhöhe abtragen. Schließlich kommt der "verschlungene" Begrenzungsstein zum Vorschein (Bild mitte). In unmittelbare Nähe werden in der nächsten Zeit die alten Grabsteine aufwendig saniert und die Stelle wird nach Fertigstellung der Maßnahmen den besonderen Reiz des alten Teiles vom Frankfurter Hauptfriedhofs widerspiegeln.
rotbuche rotbuche rotbuche
1 linie gruen 900

 

Die Natur gibt nicht auf.
rotbuche rotbuche

Aus dem Wurzelwerk der gefällten Rotbuche keimt ein "Abkömmling" hervor, den es jetzt heißt zu schützen und zu pflegen. Im Bild links ist zu sehen, daß der Ableger schon eine beachtliche Höhe erreicht hat und Herr Bührmann vom Grünflächenamt (im Bild) sichert die gärtnerische Pflege zu. (09.2006)  Der Trieb der alten Rotbuche entwickelt sich in der Folgezeit gut. Wie die Bilder zeigen, passt sich der Trieb der alten Rotbuche an. Seit der Fällung des Mutterbaumes im Jahre 2006 hat sich hier ein kleiner neuer und eigenständiger Baum entwickelt. Ohne Baumstamm-Stützen trozt er Wind und Wetter.

Foto rechts: Friedhofsbesucher können vor Ort gut erkennen, daß die abgetragene Wurzel der alten Rotbuche hier die Nahrung für das neue Leben liefert. Ein großer Schattenspender ist der junge Baum noch nicht, aber das wird schon noch...

Nachtrag: Trotz einer stattlichen Figur, die der junge Baum abgab, wurde 2008 leider dieser "wilde", jedoch gesunde Trieb, der bis dahin zu einem schönen jungen Baum heranreifte, entfernt. Ein Grund wurde nicht bekannt gegeben.

1 linie gruen 900
rotbuche
Links im Bild ein Teil des Astwerkes der neu gepflanzte Rotbuche - als Ersatz für den Verlust des Naturdenkmals - im August 2008. Rechts zwischen den zwei Grabsteinen, mit dem schon herbstlichen Blätterkleid, ist der aus der Wurzel herauswachsende Trieb, als junger, aufstrebender Baum zu erkennen.
1 linie gruen 900

 

© Fester, 2018


..zum Anfang btn nix 10x10 pfeil btn re 33x33