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Patenschaften (Presse-Echo)

Presse-Reaktionen zum Thema Grabmal-Patenschaften
faz071123 01 btn nix 10x10 Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.11.2007
"Mit der Wurzelbürste Denkmäler retten"
Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof gibt es etwa 250 denkmalgeschützte Gräber. Für sie werden Paten gesucht, die die Kostbarkeiten erhalten und pflegen sollen. Das Besondere: Auf diese Weise kann man sich eine eigene Ruhestätte reservieren. Ein ganzseitiger Bericht von Mechthild Harting (Text) und Henning Bode (Fotos). Lesen Sie den FAZ-Beitrag zu den Grabmalpatenschaften, der freundlicher Weise für diese Internetseite von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. FAZ vom 23.11.2007, Seite 57, hier klicken 
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JOURNAL FRANKFURT 16.05 Seite 27
"Geteiltes Grab, Kosten gespart"

Foto links: Dieter Georg (August 2005)

TEXT: JULIA GRAFF
FOTOS: HARALD SCHRÖDER, DIETER GEORG

JOURNAL FRANKFURT 16.05 Seite 27
Geteiltes Grab, Kosten gespart 

DIETER GEORG hat die Qual der Wahl, wenn es um den Ort seiner letzten Ruhe geht. Schließlich ist er der Pate von gleich vier kunsthistorisch wertvollen Gräbern im alten Teil des Hauptfriedhofs. Deshalb hat er auch das Recht, sich nach seinem Ableben in einem seiner "Schützlinge" bestatten zu lassen. Und das auch noch recht kostengünstig. Grab Sharing auf Neudeutsch. Was sich zunächst vielleicht wie ein makaberer Scherz anhört, hat jedoch einen ernsten Hintergrund und ist wie so oft in der Mainmetropole finanzieller Natur. Durch die Patenschaften sollen die über 200 Jahre alten wunderschönen Grabmäler mit meterhohen Engelsfiguren, Jesusstatuen oder tempelartigen Aufbauten durch ehrenamtliches Engagement erhalten werden. Der Stadt selbst fehlt nämlich mal wieder das Geld, um das Andenken ihrer bereits verblichenen ehrenwerten Töchter und Söhne von damals zu bewahren. Für die Pflege der kunsthistorisch wertvollen Grabmäler stehen jedes Jahr nur rund 11000 Euro zur Verfügung. "Das reicht natürlich hinten und vorne nicht", berichtet Dirk Bührmann vom Frankfurter Friedhofsamt schulterzuckend. Deshalb setzt man alle Hoffnungen in die Grabpatenschaften, die seit 1997 in Frankfurt bestehen und sich am Kölner Vorbild orientieren.
Wer über den 70 Hektar großen Gottesacker schlendert, hat sich vielleicht auch schon über die kleinen bunten Holzpflöcke gewundert, die an manchen Gräbern seitlich in der Erde stecken. Herr Georg, der engagierte Grabpate, weiß aufzuklären und erzählt, dass die blauen Hölzchen solche Stätten markieren, die für eine Patenschaft in Frage kommen und noch frei sind. Und das sind einige. Von den rund 500 kunsthistorisch wertvollen, patenfähigen Gräbern haben erst 100 ihre Paten gefunden. "Das ist doch eigentlich eine Schande, wie manche Gräber im alten Friedhofsteil aussehen", erregt er sich. "denn da liegen doch für unsere Stadt wirklich bedeutende Leute." Als er von den Patenschaften hörte, war er als alteingesessener Frankfurter deshalb auch sofort dabei. Mittlerweile zeichnet er schon für vier Gräber verantwortlich. Dennoch ist er längst nicht der aktivste Pate. Ein anderer Herr, ebenfalls ein rüstiger Rentner, pflegt sogar schon das siebte Grab. Aber jetzt ist Schluss, die Stadt überträgt ihm keine weitere Patenschaft mehr. "Auf sein letztes Grab bin ich schon ein bisschen neidisch. Aber er war einfach schneller!" "Außerdem", gibt Herr Georg zu, "reichen vier Gräber eigentlich ja auch." Schließlich muss jedes ja "in de Reih" sein. Darüber hinaus braucht er auch noch ein bisschen Zeit für seine Frau. Die teilt zwar sein Hobby, "aber manchmal kann sie das Wort Friedhof nicht mehr hören". Denn der engagierte Gatte ist nun mal ziemlich häufig dort. Für jedes "seiner" Gräber hat der kunsthistorisch und geschichtlich interessierte Pensionär auch eine Akte angelegt. Die Informationen hat er sich zusammengesammelt im Stadtarchiv, dem Historischen Museum und in Bibliotheken. "Am Anfang hat man ja nur den Namen und dann geht die Suche los." Aktive Geschichtsforschung sozusagen.


"Bei den Grabpatenschaften geht es nicht darum, Geld zu spenden, sondern selbst aktiv zu werden und sich um seinen Schützling zu kümmern", erklärt Herr Georg. Das kann so aussehen, dass man das Unkraut entfernt, den Stein säubert und das Grab neu bepflanzt. "Im besten Fall kostet es nur ein paar Stunden Arbeitskraft." Er selbst hat sich sein Engagement allerdings etwas mehr kosten lassen und sogar einen Steinmetz eingeschaltet, um die Grabstätten zu restaurieren. Verlangt wird so viel Einsatz in keinem Fall. "Wir sind doch froh, wenn sich überhaupt jemand kümmert. Deshalb lassen wir die Paten eigentlich schalten und walten", so Herr Bührmann vom Friedhofsamt. Zum Dank für die jahrelange Pflege dürfen die Paten sich nach dem Tod übrigens in dem gepflegten Grab bestatten lassen und haben 20 Jahre gebührenfreies Nutzungsrecht. Außerdem wird ein Teil der Bestattungskosten erlassen.

Den Ort seiner letzten Ruhe umsorgt Dieter Georg übrigens auch schon, das Grab der Bankiersfamilie Schuster: "Meine Frau und ich liegen dann da, wo sonst nur die Prominenz aus dem Rhein Main-Gebiet liegt. In unmittelbarer Nähe der Trauerhalle. Schön schattig unter einer Linde".
Nähere Informationen unter: www.frankfurter-hauptfriedhof.de

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Printausgabe vom 06.11.2004
Frankfurter Neue Presse
"Der Pate vom Hauptfriedhof - Dieter Georg und seine 4 Gräber"

Foto links: Dieter Georg

von Jürgen Walburg

Er ist unser „Patenkönig“, sagt Dirk Bührmann vom städtischen Friedhofsamt über Dieter Georg. Und das bezieht sich nicht nur auf die Zahl von gleich vier denkmal-geschützten Grabstätten, um die sich der 64-jährige Rentner auf dem Hauptfriedhof kümmert. Bührmann meint damit auch den enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand, den Georg in «seine» Gräber investiert.

Diese vier gehören zu mittlerweile rund 100 Gräbern auf dem Hauptfriedhof, die von etwa 80 Paten betreut werden (siehe auch Artikel "Die Schönheit des Verfalls" weiter unten).

Seit 1999 ist Georg Grab-Pate. Damals war er Rentner geworden und suchte nach einer neuen Aufgabe. Diese fand er nur wenige Meter von seiner Wohnung entfernt, auf dem Hauptfriedhof. Bei vielen gilt die gewaltige Anlage als schönster Park der Stadt. Nur wenige wissen, dass nicht nur Hunderte von Gräbern unter Denkmalschutz stehen, sondern der gesamte Friedhof ebenfalls.

In Georgs Wohnung hängen beeindruckende Natur-Fotos, die er selbst gemacht hat – vom berühmten Grand Canyon in den USA etwa. Doch heute greift er zur Digitalkamera, wenn er etwas im Bild festhalten will – im Urlaub ebenso wie auf dem Hauptfriedhof. Seine Fotos von Gräbern (200 Bilder) kann sich jeder auf den Computer-Bildschirm holen und noch viel mehr Informatives über den Hauptfriedhof (Geschichte, Namen, Denkmäler, Literaturhinweise usw.). Die Internet-Adresse lautet www.frankfurter-hauptfriedhof.de. Idee und Gestaltung der Homepage stammen von einem weiteren engagierten Mitstreiter Dieter Georgs, von Harald Fester.

Keine Frage: Dirk Bührmann vom Friedhofsamt ist glücklich über so viel ehren-amtliche Unterstützung und so viel Werbung für den Hauptfriedhof als Kulturstätte. Doch er ist auch schon zufrieden, wenn der Einsatz ein paar Nummern kleiner ausfällt als bei Georg oder Fester. Willkommen ist jeder – ob er nun regelmäßig Unkraut jätet oder eine kostspielige Restaurierung finanziert. Dieter Georg findet auf dem Friedhof Zufriedenheit und Entspannung. Und wenn’s mit letzterem mal nicht klappt? Auch dann weiß er sich zu helfen – und geht zum Angeln.

Jürgen Walburg (2004)

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Printausgabe vom 06.11.2004
Frankfurter Neue Presse
"Die Schönheit des Verfalls"

 

Links: Herr G. Beeg an seiner Patenschaftsgrabstätte im Gewann E 423a

Seit 1997 können auf den Frankfurter Friedhöfen Patenschaften für künstlerisch und historisch wertvolle Grabstätten übernommen werden, die von den Angehörigen aus verschiedensten Gründen aufgegeben wurden und für die zurzeit kein Nutzungsrecht mehr besteht. Der Grundgedanke, der bei den Patenschaften im Vordergrund steht: Die «Schönheit des Verfalls» erhalten, und nicht so sehr alles wieder «wie neu» machen. «Moos und Efeu gehören nun mal zu alten Grabmalen», sagt Dirk Bührmann vom Friedhofsamt. «Da genügt es oft schon, wenn die Schrift wieder zu lesen ist.»

Zwei Gründe haben das Amt zur stärkeren Einbeziehung der Bürger in Pflege und Erhaltung historischer Grabstätten bewogen: Zum einen lassen die begrenzten finanziellen Mittel von etwa 11.000 Euro jährlich nur eine Garantie der «Standsicherheit» von Grabmalen zu, Schönheitsmaßnahmen sind da nicht drin.

Zum anderen hat sich das Prinzip der Grab-Patenschaften in anderen Städten bereits bewährt. Und in Frankfurt selbst gibt es ebenfalls positive Beispiele auf anderen Gebieten (Baum- oder Brunnen-Patenschaften). «Mit dieser Maßnahme wollen wir die Pflege wertvoller Kulturgüter und stadtgeschichtlich bedeutsamer Gräber in die Hände von verantwortungsbewussten und am Denkmalschutz interessierten Bürgerinnen und Bürgern legen», sagt Bührmann. «Im Gegenzug können die Paten das gebührenfreie Nutzungsrecht erlangen.»

Dies und alle wichtigen Punkte der Patenschaft regelt ein Vereinbarung. Darin heißt es, dass der Pate sich verpflichte, «auf seine Kosten diese denkmalwerte Grabstätte einschließlich der baulichen und gärtnerischen Anlagen zu restaurieren und instand zu halten.» Die Vereinbarung kann von beiden Seiten gekündigt werden.

Die umfangreiche Denkmal-Topographie vom alten Teil des Hauptfriedhofs listet 904 Gräber auf. Von ihnen sind etwa 500 Objekte «patenschaftsfähig». Hinzu kommen zusätzlich rund 300 Einzelgräber im neuen Teil. Weitere Informationen über die Grab-Patenschaften gibt’s beim Friedhofsamt.

Jürgen Walburg (2004)

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Kleine Ursache – große Wirkung.
Von der sachgemäßen Pflege historischer Grabanlagen
Autor: Gunter Nerlich
Quelle + Copyright: FRIEDHOF UND DENKMAL 5-2004

 

Marmorskulpturen, Grabhäuser, prächtige Wandgräber - historische Grabanlagen aus der Zeit um 1900 prägen das Gesicht zahlreicher unserer Friedhöfe. Sie präsentieren den Stolz, Reichtum und Geschmack der damaligen Zeit. Aber diese Grabanlagen sind nicht nur schön, sie sind authentische, weitgehend unveränderte Zeugnisse der Vergangenheit!
Denn anders als bei normalen Gebäuden musste man sich nicht den modernen Lebensverhältnissen anpassen, wurden eben keine neuen Fenster und Waschbecken eingebaut oder Telefonleitungen verlegt. Ihr historischer Wert ist also nicht hoch genug einzuschätzen und zu Recht stehen die meisten dieser Grabanlagen unter Denkmalschutz. Aber wie damit umgehen? Schließlich gehen viele Gräber nach hundert Jahren Pacht wieder in den Verantwortungsbereich der Friedhöfe über.
Alte Grabanlagen neu zu verpachten ist schwierig, aufwendige Restaurierungen teuer, ohne kontinuierliche Pflege schreitet die Verwitterung der steinernen Anlagen noch schneller fort und die Verpachtung wird noch schwieriger – ein Teufelskreislauf.
Der vorliegende Artikel will deshalb Möglichkeiten aufzeigen, wie historische Grabanlagen mit einfachen Maßnahmen nachhaltig geschützt werden können...

Für die Bereitstellung des Artikels Dank an:
Wolfgang Neumann M. A. Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Redakteur
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
www.sepulkralmuseum.de

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Weiteres zum Thema Grabmal-Patenschaft:
 
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