Grabstätte Weber, Andreas (1832–1901) Stadtgärtner, Gartenarchitekt, Gewann A 81

gegenüber der Grabstätte "Ammerschläger" (Gewann A 283)         btn plan 84x28
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Online-Nachschlagewerk Frankfurter Persönlichkeiten
Das Frankfurter Personenlexikon ist ein Nachschlagewerk mit Kurzbiographien bedeutender Frankfurter bzw. für Frankfurt am Main bedeutender Persönlichkeiten. Es basiert auf der "Frankfurter Biographie" (siehe hier), die in zwei Bänden im Verlag Waldemar Kramer 1994/96 erschienen ist. Diese Buchausgabe, die rund 2.500 Personenartikel enthält, wird seit 2014 neu ediert, fortgesetzt und online bereit gestellt. Ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung seit 2014 mit mehreren Autoren: Bendix Balke, Thomas Bauer, Jürgen Behrens †, Felix Blömeke, Hanna Eckhardt, Reinhard Frost, Simon Götz, Sylvia Goldhammer, Sabine Hock, Doris Hopp, Leoni Krämer, Dieter Rebentisch, Hans-Otto Schembs, Joachim Seng, Michael Stolleis, Barbara Vogt, Birgit Weyel.
Chefredakteurin Dr. phil. Sabine Hock
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Friedhofsbesucher rätseln: Grabstein weg, Denkmalschutz versagt?

15. September 2019

Eine Information, die ich eigentlich nicht glauben konnte. Die Grabstelle - als unter Denkmalschutz stehend in der "Denkmaltopographie Stadt Frankfurt am Main" auf Seite 144 dargestellt - vom Gartenarchitekt und Stadtgärtner Andreas Weber (1832 – 1901) ist weg. Andreas Weber war seit 1852 in städtischen Diensten, von 1861 bis 1901 Gartendirektor, Schöpfer der „Nizza“ genannten Grünanlage am Main sowie des Holzhausenparks. Sein Grabstein (Grafik links), ein Heiligenstock aus poliertem schwarzem Syenit ist nun abgeräumt. Es handelte sich hierbei laut Magistratsbeschluss um ein Ehrengrab. Unverständlich. Ein paar Schritte weiter steht eine ähnlicher, nich ganz so gut erhaltener Grabstein (Rudolf Weidenbusch, 1892-1970). (Foto) Der polygonalem Pfeiler mit Dreiecksgiebel und Bronzerelief, das die Madonna mit Kind zeigte, orientierte sich an Arbeiten der Florentiner Renaissance.
Bedenken kommen jetzt auf, daß auch die Bronze-Gedenktafel der Stadt Frankfurt am Main am Untermain-Kai verschwinden wird. (Foto) Diese - eingeweiht am 18.5.1950, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb, Vertretern der Stadt, der Polizei und der Presse - wurde enthüllt, um Andreas Weber als Gartendirektor und Nachfolger von Sebastian Rinz (1782-1861) zu ehren und seinem umfangreiches Werk zu gedenken. Dazu zählen die Gestaltung der "Nizza-Grünanlagen" und verschiedene Teile des Anlagenringes. Der Zoologischen Garten, Teile des Hauptfriedhofs, den Günthersburgpark, den Holzhausenpark, den englischen Garten in Bad Homburg v.H. und die Erweiterung der Kuranlagen in Bad Soden trugen seine landschaftsgärtnerische Handschrift.

Hier eine Zusammenfassung von Lebenslauf und berufliche Entwicklung von Andreas Weber
Andreas Weber (geboren 13. März 1832 in Frankfurt am Main; gestorben 2. Oktober 1901 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Landschaftsgärtner, Handelsgärtner und Gartenarchitekt. Von 1861 bis zu seinem Tod war er zunächst Stadtgärtner und später Städtischer Gartenbaudirektor in Frankfurt am Main. Viele Gartenanlagen in Frankfurt und Umgebung wurden von ihm wesentlich (mit-)gestaltet. Weber entstammte einer Familie mit Gärtnereitradition: Sein Großvater mütterlicherseits Sebastian Rinz (1782-1861), dessen Vater und Großvater auch Gärtner waren, war ebenfalls Frankfurter Stadtgärtner. Nach dem Abschluss seiner 1847 in der Baumschule S. & J. Rinz – welche von seinem Großvater und dessen Söhnen betrieben wurde – begonnenen Gärtnerlehre, begab sich der junge Weber auf Wanderschaft. Diese führte ihn in den Jahren 1850 bis 1852 nach Belgien, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Österreich. Er hatte in London, Paris und Brüssel in Gärtnereien gearbeitet und sich in der praktischen Handelsgärtnerei und dem englischen Landschaftsgartenbau weitergebildet. Zudem war er geschäftlich für die Handelsgärtnerei seines Großvaters tätig. Weber soll in dieser Zeit auch in Amerika auf Bildungsreise gewesen sein. Nach seiner Rückkehr arbeitete Weber zunächst in der Gärtnerei seines Großvaters und wurde im Jahr 1856 Adjunkt (Beamter, beigeordneter Gehilfe) seines Großvaters bei der Stadt Frankfurt. Nach dessen Tod 1861 übernahm er die Stelle des Stadtgärtners. Daneben arbeitete er weiter als Handelsgärtner und Gartenarchitekt und gestaltete zahlreiche private Gärten in Frankfurt und Umgebung. 1897 wurde Weber zum Städtischen Gartendirektor ernannt, da sein Arbeitsgebiet umfangreich angewachsen war. Weber war mit der Frankfurter Kaufmannstochter Maria Antoinette (Antonia) Busch verheiratet. Sie hatten sieben Kinder. Sein Grab in Gewann A - 81 d bis e war die Grabstätte seiner Familie.

Es besteht Verständnislosigkeit für die Beseitigung der Grabstätte Weber mit den Attributen guter Erhaltungszustand, Denkmalschutz, künstlerisch wertvoll und ehrendes Andenken an einen verdienten, außergewöhnlichen Frankfurter.

 

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